12
Jan
2005

Passend zu

diesem Bericht, kommen diese News um die Ecke:

Von Anfang Januar und bis Ende Februar läuft für Besucher in New York City die jährliche Sparaktion "Paint the Town" (auf Deutsche etwa "Hau auf die Pauke"). In diesem Winterangebot erhalten Touristen zahlreiche Vergünstigungen, die in Hotels, Restaurants, Museen, für Broadway-Aufführungen sowie Sightseeing-Touren gelten, wie das Tourismusbüro der Stadt mitteilt. Die Preise fallen dabei bis zu 50 Prozent.

Wirklich nicht schlecht, aber auch bei 50% Ermäßigung ist New York wohl immer noch nicht auf dem Preisniveau europäischer Kurztrips, oder?!

Bei Museen wie dem Guggenheim zahlt eine Person den normalen Preis, die zweite Person hat freien Eintritt. Zehn Luxus-Hotels der Stadt, darunter das Four Seasons und das Mandarin Oriental, bieten das Angebot "3=2". Wer zwei Nächte bezahlt, bekommt die dritte Nacht geschenkt.

Wobei diese "Schnäppchen" auch sonst immer wieder angeboten werden, weshalb sitzen wir denn immer 2 Stunden im Reisebüro, um den günstigsten Tarif aus Flugzeit, Rückreisetag, Hotel, Veranstalter, etc. herauszufiltern...!?

Mehr Infos zu diesem Thema gibt es zumindestens auf NYCvisit.com und NewYork.de

Es geht wieder aufwärts,

zumindestens hat es den Anschein, wenn man die aktuellen Besucherzahlen für New York sieht:

Reisen in den Big Apple boomen. Im zurückliegenden Jahr 2004 reisten – aktuellen Schätzungen des New York Bürgermeisters Mayor Michael R. Bloomberg zufolge – 39,6 Millionen Touristen nach New York City – neuer Besucherrekord. Das sind noch einmal 4,6 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr. Die Zahl internationaler Urlauber wuchs um 10,2 Prozent auf 5,3 Millionen.

Und die Deutschen sind mal wieder vorne dabei:

Mit einem überdurchschnittlichen Besucherplus von 15 Prozent kann Deutschland aufwarten. New York City wurden im vergangenen Jahr von 310.500 Deutschen besucht. Schon im Vorjahr lag das Wachstum aus Deutschland mit 16 Prozent über dem internationalen Durchschnitt.

17
Dez
2004

Merry christmas and a happy new year!

Alles Lesern des NewYork - Blogs!

Merry Christmas and a happy new year

3
Dez
2004

Keine Atempause - es geht voran!

Es geht los, "The Gates" werden langsam zum Leben erweckt! Die Vorbereitungen im Hintergrund sind weitestgehend abgeschlossen, jetzt geht es an die frische Luft!

Strömender Regen und orkanartige Windböen haben den Verpackungskünstlern Christo und Jeanne-Claude einen nassen Auftakt für ihr Großkunstereignis in New York beschert. Das Paar will den Central Park bis zum Februar in ein safrangelbes Stoffmeer verwandeln.

17
Nov
2004

Endlich wiedereröffnet!

Nun, auch wenn ich selber noch nicht drin war im MoMa, so habe ich mir doch sagen lassen, dass sich ein Besuch lohnt, speziell jetzt nach dem Um- und Ausbau!

Das verdoppelte MoMA

Am Samstag dieser Woche wird das spektakulär ausgebaute New Yorker Museum of Modern Art eröffnet. Die Chefs des Hauses, das in der Kunstwelt eine Supermacht verkörpert, haben 858 Millionen Dollar ausgegeben - vor allem, um auch allerneueste Schätze präsentieren zu können.


Also vor dem NY - Besuch ruhig schon mal die 20,- Dollar Eintritt zusammen sparen, denn dieser stolze Preis ist nach dem Umbau am Eingang fällig (zuvor 12,- Dollar, also ein satte Steigerung um 67 Prozent!)..!

5
Nov
2004

Wer in New York auch nur einfach mal so

in Ruhe frühstücken will, wird schnell feststellen, dass das etwas schwierig ist und in Ruhe schon mal gleich gar nicht ("Weird European!")...

Aber es gibt sie tatsächlich, die Oase der Langsamkeit an der Upper West Side!

Das Café Lalo, 201 West 83rd St. (btw. Amsterdam and Broadway) New York, NY 10024

Café Lalo

So schön es von aussen aussieht, so sehr erinnert es von innen an ein "europäisches" Café - Haus. Keiner der einen hetzt, niemand der nervös auf die Uhr schaut, weil Du Deinen Platz nicht räumen willst (ok, die KellnerInnen wären auch überfordert, bei vollem Café, alle Gäste zügig zu bedienen *g*) und was ganz besonders auffällt: zum Frühstück gab es dort "richtiges" Besteck und "richtiges" Geschirr, keine Spur von dem sonst üblichen Plastik...

Eine zweite Meinung gibt es hier und hier.

Achso und Filmkulisse war das Café Lalo übrigens auch schon, für die Café Haus - Szene in "Email for you" mit Meg Ryan und Tom Hanks...

Nirgendwo sonst als in New York

könnten wir uns vorstellen zu leben. Wieso? Na deshalb:

Es gibt in ganz Amerika kaum einen Ort, wo Bush unbeliebter ist, als in der Metropole am Hudson: Nur 16,7 Prozent der Wähler in Manhattan gaben ihm ihre Stimme. Selbst der republikanische Bürgermeister Mike Bloomberg hatte im Wahlkampf keine warmen Worte für den Mann im Weißen Haus gefunden.

...

New York war immer stolz darauf, anders zu sein als das übrige Amerika. „Wir sind eine Insel vor der Küste Europas", beschreibt Beverly Camhe, eine Filmproduzentin, das Selbstverständnis der Stadt. Doch nun fühlen sich die New Yorker völlig abgeschieden vom Rest des Landes.

...

Aber was die New Yorker dabei wirklich tief ins Mark trifft, ist die Tatsache, dass Bush sich damit erfolgreich als der Beschützer vor dem Terrorismus positionieren konnte – auf ihre Kosten, wie sie es sehen. Denn es ist augenfällig, dass ausgerechnet da, wo der Terror des 11. September seine blutigsten Spuren hinterlassen hat – in New York, der Hauptstadt Washington und in Pennsylvania, wo die letzte Maschine abgestürzt war -­ nicht Bush, sondern Kerry den klaren Sieg davontrug.

„Es scheint, als ob alle jetzt hassen", beschreibt der 63-jährige Zito Joseph, ein Psychiater im Ruhestand, gegenüber der „New York Times“ die Situation, wie er sie sieht. „Keiner von denen, die mit größter Wahrscheinlichkeit von einem neuen Terroranschlag getroffen würden, hat für Bush gestimmt.“ Den Leuten im Hinterland Amerikas dagegen könne es ja egal sein, die träfe es sowieso nicht.


Diese Überzeugungen, die Differenziertheit macht es uns Europäern noch am ehesten möglich, es innnerhalb der USA auszuhalten und deshalb wird es uns mit Sicherheit noch einmal, auch in den nächsten vier Bush-Jahren, in den Big Apple ziehen...

4
Nov
2004

Dem kann ich nur zustimmen!

Mit der Linie 1 zum Sonnenuntergang

Für eine Handvoll Dollar durch den Big Apple. Und nicht nur, dass ein Tagesticket in der New Yorker U-Bahn gerade einmal sieben Dollar kostet, nein, der Tourist bekommt bei diesem Trip auch Ein- und Ausblicke, die ihm im Taxi oder Reisebus nicht geboten werden.


Die U-Bahn kann man jedem NYC - Besucher ohnehin nur wärmstens ans Herz legen, weil man 1. zügig vorankommt und 2. in den oberirdischen Strecken, wie beschrieben, viel von der Stadt sieht. Klar kann man auch mit dem Taxi und dem Bus derlei Touren absolvieren, aber wer will schon in verstopften Strassen stehen, oder dem Standard-Repertoire der Reiseführer folgen, womöglich noch vom Band...

Anders als ihr Ruf ist die U-Bahn auch relativ sauber und sicher.

So isses!

Für einen schönen Blick auf die Millionenmetropole muss der U-Bahn-Tourist allerdings Manhattan verlassen, wo die Bahn nur unterirdisch fährt, und auf die oberirdischen Linien umsteigen. New-York-Kenner empfehlen, am frühen Morgen mit der Linie D über die Manhattan Bridge zu fahren. Von dort hat man aus dem Bahnfenster einen tollen Blick auf die weitaus bekanntere Brooklyn Bridge. Das Licht der aufgehenden Sonne taucht den East River in schimmernde Farben. Und wer nach Süden blickt, sieht die nur sechs Kilometer entfernte Freiheitsstatue, die ebenfalls von dem frühen Morgenlicht verzaubert wird. Im Norden ist die spektakuläre Skyline Manhattans zu bestaunen, die von den markanten Spitzen des Empire State Building und des Chrysler Building dominiert wird.

Noch Fragen?! ;-)

Ja so sind sie, die Ami's:

Aus allem machen sie eine Show!

Aber schön sieht's schon aus...
;-)

[via Olbertz.de]

26
Okt
2004

The Gates - Christo & Jeanne-Claude

Im Grunde haben wir lange Zeit danach immer wieder überlegt wie wahrscheinlich das eigentlich war, dass wir, die wir aus dem fernen Europa in den Big Apple kamen und ausgerechnet an diesem Tag (25.05.04), ausgerechnet ins Metropolitan Museum of Art gingen, ausgerechnet in dem Moment, als Christo und Jeanne-Claude ihre eigene Ausstellung in einer privaten Führung dem Förderverein des MET näherbrachten - wir schlossen uns dieser Führung an!

The Gates

The Gates

Im Übrigen war dies der Moment, als wir es endgültig bereut hatten, nicht noch schnell vor der NYC - Reise eine Digital - Kamera angeschafft zu haben...

Was sind nun also "The Gates"?


Am 22. Januar 2003 hat Michael R. Bloomberg bekannt gegeben, dass die Stadt den beiden New Yorker Künstlern Christo und Jeanne-Claude die Genehmigung gegeben hat, ihr temporäres Kunstwerk zu verwirklichen: Die Tore, Central Park, New York, 1979-2005.

Die 7.500 Tore werden 4,87 m hoch sein und in ihrer Breite entsprechend den Maßen der Parkwege im Central Park zwischen 1,67 m und 5,48 m variieren und sie werden im rechten Winkel zu den 37 km ausgewählten Fußwegen im Central Park stehen. Freihängende Gewebebahnen schweben vom oberen horizontalen Rohr des Tores herab bis auf eine ungefähre Höhe von 2,13 Metern über dem Boden. Die Tore stehen in Abständen von 3 bis 4,5 Metern. Die synthetischen, gewebten Paneele können so horizontal bis an das nächstliegende Tor wehen und können auch von weit weg durch die blätterlosen Zweige der Bäume gesehen werden. Das temporäre Kunstwerk ist für Februar 2005 für eine Dauer von 16 Tagen vorgesehen. Danach werden die 7.500 Tore wieder entfernt und die Materialien recycled.

The Gates

Für diejenigen, die durch Die Tore gehen, den Parkwegen folgend sich vom Gras fernhalten, werden die Tore wie ein goldenes Dach warme Schatten werfen. Der Blick von den Gebäuden rund um den Central Park wird Die Tore wie einen goldenen Fluss erscheinen lassen, der immer wieder unter den nackten Ästen der Bäume verschwindet und wieder auftaucht und die Form der Parkwege hervorhebt.

Das sechzehntägige, frei zugängliche Kunstwerk wird als freudige Erfahrung für jeden New Yorker lange im Gedächtnis bleiben, wie ein demokratischer Ausdruck dessen, was Olmsted beschwor, als er einen "Central" Park schuf. Das leuchtende Gewebe wird die natürliche Gestaltung des Parks unterstreichen, während die rechteckigen Stangen an die geometrische, gitterartige Anlage der umliegenden Häuserblocks von Manhattan erinnern. Die Tore wird mit der Schönheit des Central Parks harmonisieren.

...


Am 3. Januar 2005 werden unsere professionellen Arbeiter, sofern es das Wetter zulässt, die Arbeit im Central Park aufnehmen. Mit Hilfe von Gabelstaplern werden sie die 15.000 Stahlsockelgewichte auf ihre vorgesehenen Plätze am Rand der Parkwege positionieren, üblicherweise im Abstand von 3,65 Metern, sofern keine tiefen Äste im Weg sind.

Am Montag, den 7. Februar 2005, werden ungefähr 700 nicht professionelle Arbeiter (in 7er Teams), sofern es das Wetter zulässt, die Torkonstruktionen aufrichten – 2 vertikale und eine horizontale Stange, die oberen und unteren Aluminiumelemente, die Sockelverbindungsteile und die Gewebebahn, die an der oberen horizontalen Stange befestigt ist. Die Gewebebahnen werden noch nicht sichtbar, da sie in den Hüllen zurückgehalten werden, die geschlossen bleiben bis Samstag, den 12. Februar, wenn alle Hüllen an einem Tag (möglicherweise an einem Morgen) geöffnet werden, sofern es das Wetter zulässt, wie bei all unseren Projekten.

Die Tore werden für 16 Tage im Central Park stehen, danach wird der Abbau beginnen.


Für alle, die sich dafür interessieren, Christo und Jeanne-Claude's Kunstwerk live zu betrachten, gibt es inzwischen sogar Komplett-Reise-Angebote!

18
Okt
2004

Da kommt man doch glatt in Versuchung...

...nächstes Jahr mal wieder hinzufliegen:

Hamburg - New York nonstop

Das Interesse an USA-Reisen steigt, bei den Flügen gibt es bereits einen Engpass. Doch ab Sommer nächsten Jahres gibt es nicht nur mehr Nonstopflüge, für viele Reisende in Nord-, Ost- oder West-Deutschland wird auch der Weg in die USA kürzer: Drei Fluggesellschaften bieten Flüge ab Hamburg, Berlin und Düsseldorf an.

Wer von Deutschland in die USA reisen will, muss meist durch eines von zwei Nadelöhren: die Flughäfen München oder Frankfurt/Main. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, starten dort fast alle Nonstopverbindungen, die hier zu Lande angeboten werden. Im Sommer 2005 ändert sich die Situation jedoch: Mit Delta, Continental und LTU bieten drei Fluggesellschaften dann 27 zusätzliche USA-Flüge pro Woche an - und zwar von Hamburg, Berlin und Düsseldorf aus. Das Ziel ist jeweils New York.

...

Als erste Gesellschaft geht am 2. Mai 2005 die LTU an den Start: Täglich außer mittwochs wird von Düsseldorf aus der Flughafen Newark in New Jersey angesteuert, der nur 25 Kilometer von Manhattan entfernt ist.

...

Einen zusätzlichen Touristenstrom aus "Good old Germany" erwartet vor allem die Stadt New York selbst. "Wir rechnen mit einem Schub bei den New-York-Citytrips", sagt Anke Dannler. Bei einer durchschnittlichen Auslastung der Flugzeuge von 60 bis 65 Prozent seien allein im zweiten Halbjahr 2005 rund 30.000 zusätzliche New-York-Fluggäste zu erwarten, hat Thomas Drechsler ausgerechnet. Der Deutschland-Repräsentant des New Yorker Fremdenverkehrsamtes in München erwartet deshalb, dass spätestens im kommenden Jahr die Zahl von 300.000 "Big Apple"-Touristen mit deutschem Pass wieder überschritten wird. Das gab es zuletzt Ende der neunziger Jahre.

...

Eines sollten USA-Fans beim Buchen ihrer Flüge allerdings nicht vergessen: genau auf die Preise zu schauen. Nonstopverbindungen sind zwar komfortabel, aber nicht immer die billigste Lösung. "Wir haben viele Kunden, die zum Beispiel mit British Airways in die USA fliegen und in London umsteigen", sagt Dertour-Sprecherin Dannler. Je nach Zielflughafen könne das um bis zu 200 Euro günstiger sein.

Und noch etwas gilt es zu bedenken: Im freien Spiel von Angebot und Nachfrage sorgen wachsende Touristenströme auch am Urlaubsort für höhere Kosten. In New York gibt es derzeit zwar bereits gut 70.500 Hotelzimmer, und in verschiedenen Teilen Manhattans eröffnen in den kommenden Monaten weitere Häuser. Ob das reicht, um die erwarteten zusätzlichen Besuchermassen auszugleichen, erscheint aber fraglich. Im Schnitt kostet ein Zimmer momentan 194 Dollar (157 Euro) pro Nacht. "Doch die Hotelpreise ziehen wieder an", beobachtet Thomas Drechsler. Das sei dann die Kehrseite der bequemeren Erreichbarkeit.


Tja, so ist das eben, immer gibt's zu etwas Positivem auch was Negatives...

11
Okt
2004

Unglaubliche Schönheit und

gar nicht so weit von New York entfernt (mit amerikanischen Maßstäben):

Der Indian Summer in Kanada

Wenn Zuckerahorn und Roteiche in einer wahnsinnigen, verzückten Leuchtkraft schreien, dann kommt der Indian Summer, schrieb schon Carl Zuckmayer. In den kanadischen Atlantikprovinzen findet die herbstliche Farborgie vor maritimer Kulisse statt.

indian_summer_02

Irgendwann stehen wir da auch mal...

indian_summer_01

1
Okt
2004

A trip to New York - Ein Reisetagebuch: 18.03.2002

Auch wenn man es hier in New York kaum vermuten mag, es gibt sie hier auch, die nachdenklichen Momente. Vor allem in der vergangenen Woche, ein halbes Jahr nach dem 11. September. Am Montag abend hatte ich mit einer Kollegin einen Termin im Jewish Heritage Museum im Battery Park an der Südspitze Manhattans. Wir hatten schon gedacht, dass wir nach der Ausstellungseröffnung nach den Scheinwerfern Ausschau halten, die ja nun bis zum 13. April dort in den Himmel strahlen, wo zuvor die Twin Towers standen.

Durch die Menschenmenge fanden wir aber kaum einen Weg zum Jewih Heritage Museum und gerade als wir einen Polizisten nach der besten Umgehungs-Möglichkeit fragen wollten, gingen ganz langsam die Scheinwerfer an. Rund 20 Sekunden brauchen sie, um voll erleuchtet zu sein. Da standen wir nun, genau vor den Scheinwerfern. Hinter uns ein Mann, dessen Anzug aus einer amerikanischen Flagge genäht war, eine weitere Flagge schwenkend. Dann hörten man leise im Hintergrund Glockengeläut, und während mir gerade ein Schauer über den Rücken lief, begannen die Leute um mich herum "USA" zu schreien. Aus dem Schauer wurde ein Schauder. Da bin ich doch zu deutsch geprägt, mit solch patriotischen Emotionen kann ich einfach nicht umgehen.

Viele haben auch gesagt, dass ihnen die Scheinwerfer nicht spektakulär genug seien. Dass sie nur etwas größer seien als die deutscher Diskotheken. Aber gerade dass es mal eine Nummer kleiner ist, etwas unscheinbarer und stiller, gefällt mir eigentlich ganz gut. Es ist ja auch nur eine Erinnerung, kein Mahmmal.

Der zweite Schauer lief mir am Samstag über den Rücken, während ich mir die St. Patricks Parade auf der 5th Avenue angeschaut habe. Die Parade war eigentlich total langweilig, zumindest für deutsche Verhältnisse.

Ständig marschierten Unmengen an Feuerwehrmännern und Polizisten vorbei, die lauthals beklatscht und bejubelt wurden - und wohl irgendwie irische Vorfahren hatten. Hin und wieder liefen und spielten dazwischen Pipes and Drums Bands - während ich den Dudelsack auch eher Schottlandzurechnen würde.

Aber irgendwie fehlte mir etwas irische Folklore, irische Musik - nur zwischendurch sah man kleine rothaarige Jungen mit einer irischen Schärpe um den Hals, oder Amerikaner in Cordhosen und mit Schafswollpulli, garantiert in Irland gestrickt. Sie sahen zumindest aus, als kämen sie gerade von einer irischen Farm.
(Und ich hab doch tatsächlich ein bisschen Fernweh nach dem beschaulichen Irland bekommen).

Beeindruckend fand ich lediglich die Schweigeminute. Von einem Moment auf den anderen wurde die riesige Menge auf der Straße ruhig, quasi Totenstille. Alle drehten sich wie auf Kommando gen Süden, blickten nach Downtown und schwiegen. Während kurz zuvor noch alle wild geklatscht und geschrieen haben.
Kurz darauf war es mit meiner Nachdenklichkeit aber wieder vorbei, das gleiche Problem wie oben: Unmengen an Flaggen (Feuerwehrmänner trugen 343, für jeden beim Anschlag umgekommenen Feuerwehrmann eine), USA-Rufe und - was mir besonders unangenehm auffiel - kleine Jungen zwischen 10 und 14 Jahren, die als Mitglieder der Westpoint-Akademie in Uniform und mit Gewehren mitmarschierten. Allesamt stolz und im Gleichschritt marsch, mich gruselt es dann eher, wenn ich sehe, wie sich die Leute dafür begeistern können.

Schön, weil besinnlich, war es dagegen am Sonntag - zum Abschluss der nachdenklichen Woche - in der St. Patricks Cathedral. Die Wiener Philharmoniker spielten zum Gedenken an die WTC-Opfer. Vorne im Altarraum die Streicher, von der Orgelempore im Rücken die Bläser, ein Klang, der die ganze Kathedrale einnahm. Und zum Ende des Konzerts wurde die Kirche verdunkelt, alle hatten eine Kerze in der Hand und statt Applaus gab es auf Wunsch der Musiker eine Schweigeminute. Es gibt halt auch hier manchmal ein bisschen Stille...
logo

New York - Blog

Status

Never slept since 7556 days,
last entry: 19. Nov, 16:19

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Archiv

April 2025
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 

Aktuelle Beiträge

Eine "neue" Aussichtsplattform!
Wobei das neu ein wenig übertrieben ist - waren ja...
NewYork - 2. Nov, 23:02
Für alle NY-Süchtigen
und alle, die es werden wollen, gibt es hier jede Menge...
NewYork - 9. Aug, 14:55
Wirklich sehr, sehr schöne
NYC-Bilder gibt es hier zu bewundern, da will man direkt...
NewYork - 2. Aug, 10:59
Wer gerne mal ein wenig...
in einer New Yorker Bar erleben will, sollte unbedingt...
NewYork - 14. Jul, 12:34
Jaja, die Amis, hauptsache
groß! Das ging gründlich daneben: Beim Versuch, einen...
NewYork - 23. Jun, 22:43

Suche

 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur f�r neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page

twoday.net AGB